Länder

Länder mit Initiativen

Wir haben die Länder in denen wir tätig sind und unsere Initiativen nach genauen Kriterien ausgewählt:

  • Eine politisch weitestgehend stabile Lage, um Investitionen zu schützen
  • Persönliche Erfahrung in den Ländern mit sehr vertrauensvollen und verantwortungsvollen persönlichen Kontakten
  • Sehr erfahrene Partner und Partnerorganisationen in der Sozialarbeit
  • Partnerschaftlicher Umgang als Basis für eine langfristige Zusammenarbeit
  • Hohes Maß an Zuversicht, dass dauerhaft positive Ergebnisse zum Wohle der Menschen erzielt werden können 
  • Klar definiertes Betätigungsfeld und für unsere Organisation machbare finanzielle Rahmenbedingungen

Wir haben sechs Schwerpunkt-Initiativen: Bildung/Schulen, Kindernothilfe, Berufliche Ausbildung, Behindertenförderung, Frauenförderung sowie das Outreach-Programm. Hier kommen Sie zur Seite der Initiativen mit einer detaillierten Beschreibung.

In Indien werden alle Initiativen in unserem Projekt „Keshwa Child Welfare Center (KCWC)“ angeboten. In Nepal kommt nur die Initiative Bildung/Schule zum Einsatz.  In Nigeria sind wir derzeit in der Planungsphase für ein weiteres Projekt. Ziel ist es dabei, eine Schule für 1.000 Kinder zu unterstützen und zu renovieren. Eine Entscheidung, ob das Projekt aufgenommen wird fällt vermutlich im September 2020.
Die Betrachtung pro Land beschreibt kurz das jeweilige Projekt und Umfeld im Land.

 

Indien:
Keshwa Child Welfare Center (KCWC)

Unser Projekt in Indien läuft unter dem Projektnamen „Keshwa Child Welfare Center“ und umfasst eine 6-Säulen-Strategie mit verschiedenen Initiativen. Die hervorragende Partnerschaft und Zusammenarbeit mit der Creation India Society und deren Gründern Dr. Satya Prakash Tiwari und seiner Frau Mala ist die Grundlage für die erfolgreiche Arbeit vor Ort. Als Programm-Direktor konnten wir im Jahr 2019 Hariom Tiwari gewinnen, der das Projekt langfristig operativ leiten wird. Über den folgenden LINK können Sie das Gesamtkonzept lesen.

Das Umfeld

Im Jahr 2015 erfolgte der Start einer Kinderbetreuung in Robertsganj in Uttar Pradesh (UP), dem zweitärmsten Staat in Indien mit alleine 200 Millionen Einwohnern. Uttar Pradesh als eigenständiges Land gesehen, wäre eines der bevölkerungsreichsten Länder der Welt, aber auch eines der Ärmsten.
Etwa ein Drittel der Bewohner in UP sind noch Analphabeten Robertsganj ist Hauptstadt des Distrikts Sonbhadra mit 2,6 Millionen Einwohnern: Davon leben 35% unterhalb der Armutsgrenze. 500.000 Menschen leiden unter ungenügender Basis-Infrastruktur wie Wasser, Strom, medizinischer Versorgung mit viel zu wenigen Krankenhäusern im Distrikt.

Die Herausforderung

Sofern industrielle Arbeit verfügbar, ist diese sehr ungesund, der Zugang zu einer vernünftigen Gesundheitsversorgung ein Problem. Die Lebenserwartung ist mit 67 Jahren relativ niedrig.
Heute haben viele Kinder nur sehr wenige Rechte, fehlenden Zugang zu gesunder Ernährung, vernünftiger Kleidung, angemessener Bildung und persönlicher Entwicklung.
Sie sind von der Gesellschaft abgeschnitten, betteln, arbeiten, verkaufen Drogen und geraten in falsche Hände. Ende 2017 haben wir beschlossen ein eigenes Kinderzentrum zu bauen, das im Herbst 2019 bezogen wurde. Bei unserer Arbeit müssen wir uns mit vielen Herausforderungen und Risiken auseinandersetzen.

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Die Lösung

Schulunterricht, berufliche Ausbildung, Arbeit mit behinderten Menschen, eine Kindernothilfe, Frauenförderung und Hilfe vor Ort in den Dörfern unter einem Dach ist unser umfassender Ansatz. Die einzigartige Kombination aller Initiativen wird dauerhaft einen Unterschied in den Familien dieser Armutsgegend erzeugen. 

In unserem KCWC-Projekt arbeiten bei Vollbetrieb bis zu 30 Personen, die wir aus der Region rekrutieren. Wir beschäftigen Lehrer, Ausbilder und Sozialarbeiter mit verschiedenen Schwerpunkten. 

Die Auswirkungen

Unser Ziel ist es, jährlich bis zu 500 Kindern und Jugendlichen und möglichst vielen Erwachsenen in Robertsganj und im Bezirk Sonbhadra eine vertrauensvolle Anlaufstelle zu sein. Darüber hinaus sind wir ein in der Gesellschaft anerkanntes Betreuungs- und Ausbildungszentrum. Wir ermöglichen vielen Kindern und Jugendlichen dauerhaft eine lebenswerte Zukunft mit einer Arbeit und einem respektvollen Umgang in der Familie.

Unser Motto lautet: LEARN – EARN – SMILE
   

„Wir geben umfangreichen Support für Menschen aus ländlichen Armutsfamilien und Minderheiten. Diese Menschen sind weit entfernt von einer guten Bildung. Es gibt große Defizite bei der Gesundheitsvorsorge und Hygiene. Wir sprechen hier von einem stark gefährdeten und hilfsbedürftigen Teil der Gesellschaft. Es gibt große Herausforderungen bzgl. Bildung von Kindern, behinderten Kindern, ungewollten Kindern, Armutskindern und der Kinderarbeit. Wir wollen eine dauerhafte Entwicklung sicherstellen und suchen nachhaltige Lösungen.“

Dr. Satya Prakash Tiwari

Gründer der Creation India Society, Varanasi, Indien

Nepal:
Winterschulen in Saldang und Nyisal

Unsere Winterschulprojekte in Nepal finden in den beiden Dörfern Saldang und Nyisal im Upper Dolpo statt. In den Schulen unterrichten im Winter jeweils 2-3 Lehrer und pro Schule gibt es zwei Personen als Hilfspersonal, um den Kindern Mahlzeiten zu bereiten. Es ist nicht ganz einfach Lehrer für den Unterricht im Winter zu gewinnen. Deshalb ist die Partnerschaft mit Dolpo Tulku Rinpoche, dem Schulkoordinator Pema Wangyal Lama, sowie dem Gründer der Schule, Karma Dhondup Lama so wichtig, die für uns die Bereitstellung der Lehrer sowie die finanzielle Planung und Abrechnung organisieren. Wir sind auch in freundschaftlichem und engem Austausch mit den „Freunden Nepals“, die die Investition in das Schulgebäude getätigt haben und heute die Sommerschule finanzieren. Über den folgenden LINK können Sie unser Gesamtkonzept lesen.

Das Umfeld

Ohne die Unterstützung von NGOs würden Schulen in diesen entlegensten Bergregionen der Welt nicht existieren. Dieses Projekt sichert in zwei Schulen in den  Upper Dolpo-Dörfern den täglichen Unterricht während der Winterperiode.
     
Die Kinder werden in Allgemeinwissen, dem nepalesischen Lehrplan und der tibetischen Kultur geschult. Sie haben die Wahl, wie und wo sie ihr Leben leben wollen. Wir wollen diesen Kindern eine Perspektive für ihre Zukunft geben. Seit 2016 finanzieren wir die Winterschule in Saldang, seit 2019 die Schule in Nyisal.

Die Herausforderung

Vor allem im Winter sind fast alle Dörfer von der Gesellschaft abgeschnitten. Man benötigt 15 Gehtage hin und zurück bis zur nächsten befahrbaren Straße. Strom- und Telefonanschlüsse gibt es nicht und die medizinische Versorgung ist sehr schlecht. Um dorthin zu gelangen, muss man mehrere 5000-Meter-Pässe überqueren. Die Menschen können nur mit ihrer Landwirtschaft überleben. Kinder müssen im Sommer oft helfen, während sie den Schulunterricht verpassen. Die einzige Möglichkeit, Bildung konsequent zu vermitteln, besteht darin lokale Schulen auch mit einem Unterricht im Winter zu betreiben.

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Die Lösung

Bildungsinvestitionen in Nepal sind für jeden Einzelnen und die Gemeinschaft von großem Nutzen. Die jungen Erwachsenen können die Lebensbedingungen besser organisieren und die Landwirtschaft effektiver bewirtschaften.
Sie bekommen ein besseres Verhältnis zu Geld und führen ein bewusstes Leben. Es gibt Hinweise darauf, dass junge Frauen selbstbewusster werden und es wagen, um Hilfe zu bitten, zum Beispiel bei der Geburt. Wir finanzieren jährliche Schulungen für Lehrer, um ihre Fähigkeiten zu verbessern.
   

Die Auswirkungen

Immer mehr Kinder beenden die Grundschule und setzen ihre Ausbildung in Kathmandu fort. Einige bleiben in der Stadt, andere kehren als Bauern, Lehrer, Arzthelfer oder in irgendeiner anderen wichtigen Funktion nach Hause zurück. Dies ist die einzige Hoffnung für diese Dörfer, um langfristig zu überleben, da die Schüler neue Ideen in den Bereichen Landwirtschaft, Familienplanung und Gemeinschaftsleben entwickeln. Es lohnt sich, diese Menschen zu unterstützen, ihre einzigartige, friedliche und gewaltfreie Kultur zu bewahren und gleichzeitig ihre Lebensbedingungen voranzubringen.

„Was immer wir unternehmen, sollte auf das Wohl der anderen gerichtet sein und darauf etwas zu tun, das ihre Lage wirklich verbessert.“

Dolpo Tulku Rinpoche

Buddhistisches Oberhaupt im Upper Dolpo und buddhistischer Lehrer

Nigeria:
Grund-/weiterführende Schule in Mgbom

Auch in Nigeria ist Bildung der Schlüssel zum Erfolg. Die Möglichkeit zur Unterstützung dieses Schulprojektes im Bundesstaat Ebonyi im Bezirk Afikpo Nord hat sich durch die freundschaftliche Beziehung zu Melanie Facius ergeben. Sie lebt seit einigen Monaten mit ihrem Mann und den drei Kindern in Abakaliki, ca. 50 Kilometer entfernt von dem Ort Amuro/Mgbom, wo die Schule steht.  Durch diesen Kontakt und der Partnerschaft mit der lokalen Holyrock, Mountain of Light-Kirche im Ort Mgbom, sind die besten Voraussetzungen für eine zielgerichtete Unterstützung gegeben. Sobald wir genügend Spenden gesammelt haben, werden wir mit der gemeinsamen Projektarbeit beginnen. Über den folgenden LINK können Sie unser geplantes Konzept lesen.

Das Umfeld

Die „Amuro/ Mgbom Community Primary and Secondary School“ befindet sich zwischen dem Dorf Amuro und Mgbom.
In der Region leben mehr als 150.000 Menschen, zumeist als Bauern, Fischer oder Jäger mit einem Einkommen von weniger als 2€ pro Tag. Es mangelt an sauberem Trinkwasser, die medizinischen Einrichtungen sind mangelhaft und es gibt kaum Stromversorgung. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 55-60 Jahren.
Rund 1.700 Kinder aus verschiedenen Dörfern besuchen die Schule. Einige kommen aus sehr großer Entfernung und müssen mit einem Fahrzeug zur Schule gebracht werden. Der Schulkomplex besteht aus 10 Gebäuden.

Die Herausforderung

Die Schulgebäude sind in sehr schlechtem Zustand. Es gibt nur sehr begrenzte Möglichkeiten für einen angemessenen Unterricht.
Es gibt keine Raumdecken der Klassenzimmer unter den Dächern um die Hitzewellen der Sonne abzuhalten.
Die Klassenzimmer sind normalerweise sehr heiß und für die Schüler unerträglich. Einige der Klassenzimmer sind ohne Dächer und die Wände fallen auseinander.
Toiletten gibt es nicht, weder Wasserversorgung noch Fachräume. Die Schüler müssen als Toilettenersatz in die Büsche gehen. Der Zugang zum Internet ist nicht möglich. Es gibt oft 3-4 Klassen in einem Raum mit verschiedenen Lehrern, die gleichzeitig unterrichten.

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Die Lösung

Es bedarf einer umfassenden, aber schrittweisen Sanierung der Schule. Teilweise sind Wände zu erneuern. Die Böden der Klassenräume müssen gefliest werden und in einigen Räumen ist es notwendig Trennwände einzuziehen. Sanitäre Einrichtungen müssen geschaffen werden.
Dies wird den Schülern helfen, sich auf ihr Studium zu konzentrieren und eine Atmosphäre zu erzeugen, in der es Spaß macht zu lernen. Diese Maßnahmen sind die Voraussetzung für eine  positive Entwicklung der Kinder, für einen erfolgreichen Sprung in das Berufsleben und eine „bessere“ Zukunft.

Die Auswirkungen

Mit einer besseren Ausbildung sind die Kinder bereit, auf dem Arbeitsmarkt zu konkurrieren und können überall auf der Welt eine Beschäftigung finden.
Es gibt viele multinationale Unternehmen in Nigeria, aber ohne gute Ausbildung sind die Chancen begrenzt. Es gibt öffentliche Institutionen, in denen sie arbeiten und bei der Entwicklung des Landes helfen können. Mit einer besseren Ausbildung werden einige der Schüler Unternehmer und schaffen Arbeitsplätze für sich und andere. Einige könnten effektive Landwirte werden und helfen, das Problem der Nahrungsmittelknappheit zu lösen.

„Ich bin überzeugt davon, dass Wunder geschehen, wenn Menschen sich gegenseitig helfen. Die letzten Monate in der Corona-Krise haben mir noch einmal verdeutlicht, wie wichtig es mir ist Kindern bessere Chancen und Möglichkeiten zu eröffnen.
Als sehr gläubiger Mensch bin ich besonders von einem Zitat der Pastorin Hannelore Frank inspiriert: ‚Wenn Gott uns helfen und beistehen will, wenn er uns trösten, raten und ermuntern will, dann lässt er nicht ein Wunder mit Blitz und Donner geschehen, sondern er schickt uns einen Menschen‘“.

Melanie Facius

Künftiges Mitglied des Vorstands der HUMAN-Stiftung. Lebt in Abakaliki, Bundesstaat Ebonyi, Nigeria und leitet das Projekt vor Ort.

Die Kinder sind unsere Zukunft. Wir glauben, dass die Entwicklung unserer Kinder durch Bildung unsere Zukunft ausmacht. Unser Traum ist es, unsere Gemeinschaft zu einem besseren Ort zu machen, als wir ihn kennengelernt haben.

Angela Awah und Richard Light Awah

Pfarrer der Holyrock Mountain of Light Kirche in Amuro/Mgbo. Unsere künftigen Projektpartner in Nigeria