Das Upper Dolpo zählt zu den sozial und kulturell vielfältigsten Gemeinschaften des Landes in Nepal. Die Region besteht aus drei ländlichen Wohnortgemeinden. Medizinische Einrichtungen sind im Upper Dolpo so gut wie gar nicht vorhanden. Jeder in der Region leidet unter Entbehrungen und körperlichen Einschränkungen. Allein für den Fußmarsch in die Bezirkshauptstadt Dunai müssen die Menschen im Dolpo mindestens fünf Tage zu Fuß gehen.
Die Gesundheitsversorgung ist für die abgelegenen Gebiete des Upper Dolpo äußerst mangelhaft. Besonders bei den jüngeren Menschen wandelt sich die Einstellung von traditionellen Heilmethoden hin zur wissenschaftlichen Medizin. Trotzdem spielen auch die traditionellen Heilmethoden eine wichtige Rolle.
Um die medizinische Versorgung zu verbessern, finanzieren wir seit 2024 auch eine ambulante Gesundheitsstation im Dorf Karang. Diese Gesundheitsstation ist von April bis Oktober/November für bis zu sieben Monate geöffnet und versorgt die Bedürftigen in sieben Dörfern: Karang, Tiling, Lhuri, Sungjer, Nyisal, Kyi und Musi. Der Gesundheitsdienst in der „Klinik“ bietet rund um die Uhr eine kostenlose medizinische Versorgung für Menschen mit gesundheitlichen Problemen. Darüber hinaus werden auch Trekkingtouristen und Durchreisende betreut.
Die Gesundheitsstation in Karang behandelt viele Patienten mit schwereren Erkrankungen wie Atemwegs- und Verdauungsproblemen bei Erwachsenen. Erkältungen, Durchfall, Dermatitis, Hals-Nasen-Ohrenerkrankungen und Zahnerkrankungen. Erkrankungen des Bewegungsapparates wie Arthritis und Harnsäureüberschuss stellen weitere gesundheitliche Herausforderungen für die Bevölkerung dar.
Was sind die allgemeinen Ziele, nach denen wir streben: Eine ganzheitliche Versorgung von Patienten, die bisher keinen Zugang zu medizinischer Versorgung hatten und die Einrichtung aufsuchen oder bei Besuchen in den Dörfern behandelt werden. Ebenso wichtig ist Beratung bei der Familienplanung, Menstruationshygiene, Mundhygiene, Umwelthygiene und Körperreinigungsmaßnahmen.
Im Jahr 2025 behandelte unsere Krankenschwester Njma Lhazon Baijee insgesamt 526 Patienten, wobei 99% davon ambulant geheilt werden konnten. Familienplanung, Zahnschmerzen und die Behandlung von Kindern unter 5 Jahren halten sich in etwa die Waage mit jeweils um die 100 behandelte Patienten. Immunisierungsprogramme werden ebenso angewendet wie Aufklärung und Vorsorgebehandlungen.
Mehr als 100 Kinder wurden mit Beschwerden wie Durchfall, Erkältung, Infektionen der oberen Atemwege und anderen Erkrankungen ambulant behandelt. Infektionen der oberen Atemwege waren mit 32 Kindern am häufigsten, gefolgt von Durchfall (25), Erkältung (28) und anderen Beschwerden (18).
Es gibt aber nach wie vor Herausforderungen in der täglichen Arbeit zu meistern. Manche Bewohner sind nach wie vor sehr skeptisch und wägen die verschiedenen Behandlungsmethoden ab. Wir wollen die Einheimischen auch nicht beeinflussen und ermöglichen beide Heilverfahren. Natürlich spielt auch die Entfernung zwischen den Dörfern eine Rolle.
Die Dolpa-Pa sind aber dankbar und froh, dass sich durch diese Arbeit die medizinische Versorgung Jahr für Jahr verbessert.
Vielen Dank für Ihre großartige Unterstützung.
